10 Jahre Kunsthalle Weishaupt - Kathrin Weishaupt-Theopold im Gespräch

27.07.2017

Kunst sammeln ist das eine, die administrativen Aufgaben eines Sammlungsbetriebs zu managen, das andere. Die beiden Bereiche waren bereits bei der Eröffnung der Kunsthalle Weishaupt 2007 klar verteilt. Siegfried und Jutta Weishaupt widmen sich dem weiteren Ausbau der Sammlung, Kathrin Weishaupt-Theopold übernahm die Leitung der Kunsthalle und sie kuratiert die Ausstellungen. Selbst Kunst zu sammeln ist für sie in absehbarer Zeit kein Thema.

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Unterstützt von den erfahrenen Machern des Ulmer Museums und ihrem Vater Siegfried Weishaupt, baute sie die notwendigen Strukturen auf und inzwischen gehört die Kunsthalle überregional zu den ersten Adressen für Kulturtouristen, Kunstliebhaber und als Leihgeber für Museen.


Die Jubiläumsausstellung zeigt noch bis Anfang 2018 das Best of und einen Querschnitt durch die Entwicklung der Sammlung.


„Mein Vater sammelt aus dem Bauch heraus, aber durch persönliche Vorlieben entstand unbewusst ein gewisses Schema. Das führte von der streng formalen Konkreten Kunst im Lauf der 50jährigen Sammlungstätigkeit zur jungen zeitgenössischen Kunst. Da war der Einfluss meiner Mutter nicht ganz unbedeutend. Sie war und ist bei fast allen Ankäufen beteiligt. Daher legen wir Wert auf den Namen ‚Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt.‘“


Beide sammeln gemeinsam und ohne unternehmerische Ausrichtung. Kunst zu kaufen, um zu verkaufen, ist kein Thema, Leihgaben an Museen aber durchaus. Anfragen renommierter internationaler Museen unterstreichen die Hochwertigkeit der Sammlung Weishaupt, deren Werke vor allem in Retrospektiven namhafter Künstler zu sehen sind.


„Begonnen hat die Sammelleidenschaft meiner Eltern durch die Zusammenarbeit mit der Ulmer Hochschule für Gestaltung. Produktdesigner wie Hans Gugelot gestalteten Produkte für die Weishaupt GmbH und auch das bis heute weitgehend unveränderte CI hat seinen Ursprung in der HfG.“


Der Kontakt zur HfG war für Jutta und Siegfried Weishaupt die Initialzündung, sich mit Künstlern wie Josef Albers oder Max Bill auseinanderzusetzen und konsequenterweise erste Werke dieser Künstler zu kaufen. In der Jubiläumsausstellung haben die Ersterwerbe einen eigenen Raum im ersten Stockwerk, in dem auch die Hängung kleinerer Formate möglich ist.


„Die Architektur der Kunsthalle lässt keine Aufteilung in Dauer- und Wechselausstellungsbereiche zu. Einzelausstellungen und auch Gemeinschaftsausstellungen erfordern den gesamten Raum der Kunsthalle. Eine Bereicherung des Kulturangebots der Stadt ist die Kunsthalle in jedem Fall, wobei die Präsentation der eigenen Sammlung stets im Mittelpunkt steht. Es war nie unser Ziel, in der Stadt eine Kunsthalle zu bauen. Meine Eltern hatten allenfalls über eine Sammlungspräsentation in kleinerem Stil und in der oberschwäbischen Region nachgedacht.“


Die Initiative zum Bau der Kunsthalle an prominenter Stelle kam von Seiten der Stadtverwaltung und heute ist die Kunsthalle Weishaupt aus dem Gebäudeensemble der Neuen Mitte nicht mehr wegzudenken. Sie wird auch künftig mit hochkarätigen Kunstwerken bespielt werden, denn Kunst sammeln ist weiterhin ein fester Bestandteil im Leben des Ehepaares Weishaupt. sba


Foto: Sigrid Balke