Stabwechsel in der Kreissparkasse Biberach

05.10.2017

Martin Bücher


Seit dem 01. Juli hat die Kreissparkasse Biberach einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Martin Bücher. Er folgte auf Günther Wall, der Ende Juni in den Ruhestand gegangen ist. Drei Monate vor dem offiziellen Stabwechsel war Bücher bereits Generalbevollmächtigter der Kreissparkasse Biberach. Diese Zeit nutzte er unter anderem dafür, die rund 800 Mitarbeiter der Kreissparkasse sowie einen Teil der Kunden persönlich kennen zu lernen.  

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TOP Magazin Verleger Hermann Genth sprach mit ihm über die Besonderheiten der Kreissparkasse, über seine Ideen für die Zukunft und auch über die persön-
liche Seite.  


TOP: Herr Bücher, wie lange sind Sie schon in der Sparkassen-Organisation zuhause?
Martin Bücher: Unmittelbar vor meiner Tätigkeit in Biberach war ich fast 10 Jahre Vorstandsmitglied der Stadt- und Kreissparkasse Leipzig, wo ich das Privatkundengeschäft geleitet habe. Gelernt habe ich bei der Dresdner Bank in Düsseldorf. Darauf folgten jeweils mehrjährige Tätigkeiten bei der Dresdner Bank AG, bei der Berliner Bank und bei der Sparkasse Frankfurt a. M.


TOP: Worin bestehen die Stärken der Kreissparkasse Biberach?
Martin Bücher: Ich kannte die Kreissparkasse Biberach schon zu meiner Zeit in Leipzig. Sie ist eine der kapitalstärksten Sparkassen in Deutschland und managt seit vielen Jahren äußerst erfolgreich einen eigenen Aktienfonds. Ihr Kompetenzcenter Corporate Finance, das 2004 aus der Beteiligungsgesellschaft Chancenkapital BC heraus entstanden ist, entwickelt Finanzierungslösungen, die auf die strategische Ausrichtung von Unternehmen abgestimmt sind. Bei mittelständischen Unternehmen im süddeutschen Raum, Beteiligungsgesellschaften, Investoren und Sparkassen hat sich die Kreissparkasse Biberach damit einen guten Ruf erarbeitet. Damit sind die Biberacher bundesweit auch in der Sparkassenorganisation positiv aufgefallen.
Obwohl Biberach keine Metropole ist wie Hamburg, Frankfurt oder München, verfügt die Kreissparkasse Biberach über ausgeprägte Kompetenzen im Private Banking und im Internationalen Geschäft. Die Mitarbeiter erbringen Dienstleistungen hier vor Ort, wofür andere weit fahren müssten.          
Eine Stärke der Kreissparkasse ist auch ihr vielfältiges gesellschaftliches Engagement. Im vergangenen Jahr haben Einrichtungen und Institutionen, Vereine und Verbände fast 1,3 Millionen Euro von der Kreissparkasse Biberach bekommen. Ein Großteil davon stammt aus ihrer Kultur- und Sozialstiftung. Sie  ist die größte Sparkassen-Stiftung in Baden-
Württemberg.
Diese Stiftungsexpertise bietet die Kreissparkasse Biberach auch ihren Kunden an. Unter dem Dach der Stiftung pro bono können sie eine persönliche Stiftung als Treuhandstiftung gründen.


TOP:  Sehen Sie Risiken für die Sparkasse in den kommenden Jahren?
Martin Bücher: Die Kreissparkasse Biberach ist ein ertragsstarkes Finanzinstitut. Traditionell ist ihre Kostenseite „schwäbisch“ geprägt. Mit einer Cost-Income-Ratio von unter 50 Prozent im zurückliegenden Geschäftsjahr belegt sie bundesweit im Sparkassen-Ranking einen Spitzenplatz. Diese Ertragskraft wird voraussichtlich auch in der Zukunft überdurchschnittlich gut sein.    


TOP: Dann sind Geschäftsstellenschließungen für Sie kein Thema?
Martin Bücher: Eine Schließung oder Zusammenlegung unserer 45 Geschäftsstellen ist nicht geplant. Auch ein Stellenabbau innerhalb der Geschäftsstellen ist derzeit nicht vorgesehen. Hier hat die Kreissparkasse Biberach eine große Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern, denn an den meisten von ihnen hängt auch eine Familie.


TOP: Welche Visionen haben Sie für die Sparkasse?
Martin Bücher: Die Kreissparkasse Biberach soll auch in 10 Jahren noch so erfolgreich sein wie heute. In der digitalen Welt wird sie sich stärker positionieren als bisher, und zugleich in der Fläche präsent bleiben. Und vor allem sehe ich es als meine Aufgabe, die Eigenständigkeit der Kreissparkasse im Landkreis
Biberach zu erhalten.          


TOP: Was gefällt Ihnen in Biberach am Besten?
Martin Bücher: Ich war von Anfang an fasziniert von der Freundlichkeit und Offenheit der Biberacher. Bevor ich mich beim Verwaltungsrat der Kreissparkasse beworben habe, war ich mehrmals in Biberach, war auf dem Markt und in den Geschäften beim Einkaufen und in den Restaurants beim Essen. Überall sind mir die Menschen mit einer ausgeprägten Freundlichkeit und Herzlichkeit  begegnet.            


TOP: Sind Sie bereits nach Biberach umgezogen?
Martin Bücher: Ich habe eine Wohnung in Biberach, aber die eigentliche Wohnung, in die meine Familie und ich einziehen werden, ist derzeit noch im Bau. Wir gehen davon aus, dass sie Ende September / Anfang Oktober fertig wird.         


TOP:  Welche Hobbys haben Sie?
Martin Bücher: Ich bin sehr gerne mit dem Fahrrad unterwegs. Die Landschaft rund um Biberach bietet ideale Voraussetzungen auch für sportlich ambitionierte Touren. 


TOP: Wie entspannen Sie in der Freizeit am besten? 
Martin Bücher: Ich interessiere mich sehr für Kultur, bildende Kunst und Design. Insbesondere der Bauhausstil und seine klassische Nüchternheit gefallen mir. Dass die Kreissparkasse Biberach mit der „S BC - pro arte“ eine eigene Kunststiftung hat, freut mich sehr. Das gibt uns die Möglichkeit, regionale Künstler zu präsentieren und bei den Ausstellungen ganz zwanglos mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die nächste Ausstellung trägt den Titel „Geschlängelt. Schlangenmotive in der Jetztzeitkunst.“  Sie widmet sich dem Ursymbol der Schlange und daraus abgeleitet dem künstlerischen Motiv des Geschlängelten. Die Vernissage ist am 28. September.          


TOP: Herr Bücher, herzlichen Dank für das interessante und offene Gespräch und viel Erfolg für Ihre neue Tätigkeit.  



Fotos: Kreissparkasse Biberach   

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