Fechten

18.01.2018

Moderne Musketiere


Attacke, Parade, Riposte… die drei Musketiere lassen grüßen. Ganz so einfach wie in Hollywoodfilmen ist der Umgang mit Florett, Degen und Säbel allerdings nicht. Fechten ist eine Sportart, die ein hohes Maß an Koordination und Konzentration, Technik und Taktik erfordert.

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Das wird in Neu-Ulm seit über 115 Jahren trainiert. So lange gibt es die Abteilung Fechtsport im TSV Neu-Ulm. Neu ist die Anerkennung als Leistungsstützpunkt Florett des bayrischen Fechterverbandes. Die Nachwuchstalente kommen aus dem südlichen Baden-Württemberg und Bayern nach Neu-Ulm und ihre Trainingserfolge können sich sehen lassen. Die Fechtabteilung schickt ihre Fechter zu zahlreichen nationalen und internationalen Turnieren bis hin zu Deutschen Meisterschaften, und hat als Ausrichter Schwäbischer, Bayrischer oder Deutscher Meisterschaften einen guten Namen.


Was steckt nun hinter dem Emblem des regionalen Stützpunkts? „Wir vernetzen uns damit immer mehr mit den Vereinen hier und in der weiteren Region“, so Thomas Klaus und Thomas Kießling von der TSV-Fechtabteilung. „damit können sich die Jahrgangsstufen besser entwickeln, weil die Fechter mehr und bessere Trainingspartner vorfinden.“ Für Lehrgänge – unterm Jahr oder in den Schulferien – vernetzen sich die Neu-Ulmer Fechter bislang schon mit dem SSV Ulm, den Heidenheimer oder den Füssener Fechtern und bekommen nun vom Bayerischen Fechterverband zusätzliche Lehrgangstrainer gestellt. Der Leistungsstützpunkt weckt vielleicht auch das Interesse von Sponsoren und für weiteren Fecht-Nachwuchs.


Fechten kann man in jedem Alter beginnen. Klar gilt auch hier wie in jeder Sportart: je früher desto besser, aber wer sich „just for fun“ duellieren will, kann auch noch viel später „dazu-stoßen“. Beim Fechten ist man ständig in Bewegung, man trainiert Körperspannung, Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Feinmotorik, um jederzeit in Sekundenbruchteilen auf Aktionen des Gegners reagieren oder dessen Fehler ausnutzen zu können.


Fechten zählt zum Kern der Olympia-Sportarten – es stand schon 1896 in Athen, den ersten Spielen der Neuzeit, auf dem Programm. 1920 durften erstmals auch Fechterinnen bei Olympia an den Start – viel früher als bei den meisten anderen Disziplinen.


Bereits damals glichen Degen, Florett und Säbel nicht mehr jenen Nahkampfwaffen, die der Mensch seit tausenden Jahren benutzte, um Feinde zu töten oder zu verletzen. Ganz im Gegenteil: Fechten ist eine Kampfsportart ohne Körperkontakt. Ebenso wichtig wie die Waffe sind beim Fechten Maske, Handschuhe und die weiße Schutzkleidung aus verstärkten Kunststoffen. Sie schützen die Sportler auch bei rasant verlaufenden Gefechten.


Die finden auf einer sogenannten Planche statt, einer Bodenmatte, die das „Spielfeld“ markiert. Beim Florett gilt nur der Rumpf als Trefferfläche, beim Degen- und eher seltenen Säbelfechten werden auch andere Treffer oberhalb der Gürtellinie gezählt. Das übernimmt im Wesentlichen ein elektrischer Impuls, der durch die Waffe ausgelöst wird. 500 Gramm Treffgewicht müssen es sein, um einen zählbaren Treffer zu landen. sba



Foto: TSV Neu-Ulm

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