Heilpflanze des Jahres 2018

18.01.2018

Ingwer – der „Hot Shot“ für die kalte Jahreszeit


Im Ayurveda wird Ingwer dem Element Feuer zugeordnet. Damit liefert das gelbe Gewürz genau das, woran es uns im Winter oft mangelt: Wärme, Energie und Vitalität! Ingwer heizt uns ein, regt den Stoffwechsel an, stärkt die Abwehrkräfte, hilft bei Husten, Halsschmerzen und Erkältung. Zudem lindert er Völlegefühl nach üppigen Festtagsgelagen. Dazu kommt der angenehm scharfe Geschmack. Ob in Tees, Suppen, Hauptgerichten oder Süßspeisen: Ingwer ist der kulinarische „Hot Shot“ des Winters – und Heilpflanze des Jahres 2018!

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Ingwer gilt als eines der ältesten Gewürze der Menschheit. Kaiser Shen Nung teilte 2.500 v. Chr. den Ingwer in die höchste Klasse der „Königlichen Pflanzen“ ein, welche ohne Nebenwirkungen für den täglichen Gebrauch geeignet waren und die Lebenskraft erhielten. Später gelangte das gelbe Gewürz vor allem durch Alexander den Großen in den europäischen Raum, wo es schnell seinen Siegeszug antrat. Ob im antiken Rom oder bei mittelalterlichen Mönchen in Frankreich: die Powerknolle empfahl sich bei zahlreichen Leiden. Hildegard von Bingen schwor auf den artverwandten Galgant. Die Spanier führten den Ingwer sogar in Amerika ein. Später wurde er durch die Gewürze der neuen Welt verdrängt, nur in England blieb er fester Bestandteil der Küche, bedingt durch die ehemalige britische Kronkolonie Indien, dem noch heute größten Produzenten der wertvollen Pflanze. Rund 250.000 Tonnen Ingwer werden pro Jahr auf dem Subkontinent geerntet.


Seltene Inhaltsstoffe


In den letzten Jahren erfuhr der Ingwer einen Boom in der westlichen Welt. Nicht nur aufgrund seiner kulinarischen Vorzüge. Die Wissenschaft überschlug sich mit neuen Erkenntnissen rund um Zingiber officinale, so der lateinische Name. Ingwer soll Krebszellen zu Leibe rücken, bei Rheuma und Arthrose helfen, antioxidativ wirken und Schmerzen lindern. Grund: Der entzündungshemmende Stoff Gingerol ist mit der Acetylsalicylsäure verwandt, dem Wirkstoff von Schmerzmitteln. Zudem enthält Ingwer viel Vitamin C, Mineralstoffe, wertvolle äthe-
rische Öle und Stoffe wie Paradole, Shogaole und Gingerone, die einerseits für die Schärfe, andererseits für die antiseptische Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilze verantwortlich sind. Kein Wunder, dass Ingwer vom Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt wurde.


Entfacht das „innere Feuer“


Im Ayurveda und in der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt Ingwer schon lange als Allround-Talent. Er soll das Verdauungsfeuer „Agni“ anregen und die Ausscheidung von „Ama“, den Schlackenstoffen des Körpers, beschleunigen. Zudem wirkt Ingwer durchblutungsfördernd, stoffwechselanregend und wird als ein natürliches Mittel gegen Reiseübelkeit geschätzt. Für Fischer, Seeleute und Segler ist er ein nützlicher Begleiter. Um die wärmenden Eigenschaften unmittelbar zu erfahren, empfiehlt das Ayurveda den Genuss von Ingwerwasser oder -tee. Dieser ist schnell zubereitet und ein idealer Kaffeeersatz am Morgen.


Je älter, desto intensiver


Die Art und der Reifegrad des Ingwers sind bei kulinarischem Einsatz von Bedeutung. Botanisch gesehen werden bei der schilfartig wachsenden Staude die unterirdisch verlaufenden, knolligen Triebe – Rhizom genannt – verwendet. Früh geerntet, schmecken diese relativ mild. Der Schärfegrad steigt mit dem Alter. Desto dicker und verzweigter das Rhizom ist, desto älter und schärfer ist der Ingwer. Der indische Name „shringavera“ bedeutet „geweihförmig“, da die Form der Triebe an ein Geweih erinnert. Geriebener oder gepresster Ingwer schmeckt weicher, gemahlener Ingwer in Pulverform intensiver. Auch die Herkunft entscheidet: Ingwer aus Indien ist eher süßlich-zitronenartig, Nigeria hat die schärfsten Sorten, Jamaika-Ingwer gilt als sehr aromatisch.


Frische Akzente für die Küche


Ob ayurvedische Tees, indische Currys oder Asia süß-sauer: In der fernöstlichen Küche ist Ingwer überall vertreten. Wer mit dem Gewürz auf Tuchfühlung gehen möchte, dem empfehlen sich wärmende Gemüsesuppen. Die milde Süße einer Karottensuppe gleicht die Schärfe aus. Kartoffel- oder Kürbis-Kokossuppen eignen sich ebenso. Hülsenfrüchte schmecken mit Ingwer noch würziger und bekömmlicher, vom Linseneintopf übers Erbsenpüree bis zum klassischen Dal-Gericht. Während wir hierzulande noch Zitronensaft auf das Schnitzel träufeln, lassen sich wunderbare Panaden mit Ingwer herstellen, zum Beispiel Fisch in Ingwerkruste.


Traumduo: süß & scharf!


Naschkatzen kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Da lohnt ein Blick nach Großbritannien, wo Ingwer zu jedem Fünf-Uhr-Tee gehört. Ob als kandierte Ingwerstückchen, Ginger Marmelade, Ingwerkekse oder Gingerbread (Pfefferkuchen). Mit Ginger Ale und Ginger Beer als Basis für Drinks und Cocktails hat die Powerknolle gleichzeitig die Bars der Welt erobert. dwi


 



Ingwertee:
Energiekick für den Tag


Für die Herstellung von Ingwerwasser ein daumendickes, 2-3 cm großes Stück Ingwer in kleine Scheiben schneiden (bei Bio-Ingwer mit Schale), in ein Teesieb füllen, mit 500 ml heißem Wasser übergießen, 15 Minuten ziehen lassen, abkühlen und trinken.


Die Herstellung von Ingwertee folgt demselben Prinzip. Er wird allerdings warm getrunken und mit Zitronensaft und gegebenenfalls etwas Honig oder Kokosblütenzucker abgerundet. Hier sind etliche Varianten möglich: Ingwer kann mit schwarzem oder grünem Tee aufgegossen werden, Kräuter wie Basilikum oder Zitronengras verfeinern den Geschmack. Einfach experimentieren und probieren!


Golden Lights:
Ingwer-Kurkuma-Mandelmilch


Lust auf eine heiße Schokolade? Probieren Sie einmal die exotisch-würzige Variante. Ingwer harmoniert geschmacklich bestens mit Kurkuma, beide enthalten jede Menge antibakterieller Wirkstoffe und wertvolle Mineralien. Bereits die goldgelbe Farbe des Getränks ist herzerwärmend …


Zutaten:


• ½ Teelöffel gemahlener Ingwer
• 1 EL Kurkuma
• 100 ml Wasser
• 400 ml Mandelmilch
• 1 EL klarer Honig oder Agavendicksaft
• 1 TL Zimt
• 1 TL Kokosöl
• etwas geriebene Muskatnuss


Zubereitung:


Im ersten Topf Kurkuma, Ingwer und etwas Muskatnuss in heißes Wasser einrühren, köcheln lassen, bis eine Paste entsteht. Im zweiten Topf Mandelmilch erhitzen, die Paste hinzugeben, umrühren. Mit Honig, Zimt und Kokosöl abschmecken und etwa zwei Minuten köcheln lassen. Vor dem Servieren nochmals mit etwas geriebener Muskatnuss bestreuen. Wir wünschen wärmenden Genuss!



Fotos: Fotolia.de (robert6666, printemps, tango_ca)

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