Regenschirme

18.04.2018

I’m singing in the rain…


Machen Sie es wie Gene Kelly, der pfeifend dem Regen trotzte, und nutzen Sie den Frühlingsregen für einen Spaziergang inmitten des frischen Grüns. Wenn die Sonne kurz Pause macht, geht die Welt in einem Schauer nicht unter, vorausgesetzt man ist passend mit Regenjacke, Schirm und Gummistiefeln ausgerüstet. 

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Ist man nicht gerade auf dem Weg ins Büro oder beim Einkaufen, macht es durchaus Spaß, im Regen unterwegs zu sein. Übrigens gehören nicht die Hansestädte, die als besonders nasses Pflaster gelten, sondern die süddeutschen Orte Freudenstadt, Kempten, Berchtesgaden oder Bad Tölz zu den regenreichsten 
Orten in Deutschland.



Schirmherrschaft


Nicht zu vergessen England und seine Hauptstadt London, die wegen ihres Wetters als Metropole der Regenschirme gilt. Klar, dass dieses notwendige Utensil wie man es heute kennt, dort populär wurde. Das englische Wort „umbrella”, verrät die Herkunft dieses tragbaren Wetterschutzes. Denn bevor sich Menschen in England und den übrigen Kontinenten mit einem Schirm vor Regen schützten, galt das mobile Dach als Schattenspender. 
Lateinisch „umbra” der Schatten und „umbrella” als der kleine Schatten.
Lange Zeit galten sowohl Sonnen- als auch Regenschirme als weibliches Accessoire, bis es der Londoner Händler Jonas Hanway im 18. Jahrhundert zum unentbehrlichen Begleiter britischer Gentlemen machte. Zunächst aus Holzstäben und Fischbein, später mit einem Stahlgestell, produzierten vor allem die Engländer günstige Schirme, die sich vom Prinzip bis heute nicht grundlegend verändert haben. Regenschirmgriffe entwickelten sich damals zu einer eigenen Kunstrichtung, sie wurden vergoldet oder in Sterling-Silber, Leder, Horn, Schildpatt, Elfenbein, Edelhölzern und Rohr wie Bambus und Malacca gefertigt. Praktisch Veranlagte wählten Griffe mit integrierter Taschenlampe, Bleistift, Uhr, Pillendose, Kompass oder Trinkglas.


Im 19. Jahrhundert gab es viele Versuche, den Schirm transportabel zu machen, aber den wirklichen Durchbruch schaffte in den goldenen Zwanzigern Hans Haupt aus Breslau. Er konstruierte den ersten teleskopierbaren Taschenschirm und gründete in Berlin die Knirps GmbH. Jahre später wurde der Knirps zu einem Symbol der Wirtschaftswunderzeit. Sehr praktisch, nicht unbedingt elegant, aber ein Must-Have der 50er und 60er Jahre.


Ende des 20. Jahrhunderts kamen die Schirm-Innovationen aus Fernost. Mit neuen Materialien und Funktionen, Leichtschirmen aus Aluminium oder Fiberglas und neuen Gestellen mit einer doppelten Automatik zum Schließen und Öffnen – der Schirm wurde zur billigen Massenware. Nicht immer können sie ihr Schutzversprechen halten: bei windigem Wetter entdeckt man nicht selten abstrakt verbogene Überreste von Schirmen in öffentlichen Papierkörben. Anders die Entwicklung spezieller robuster Schirme für Outdoor-Sportarten wie Golf und Trekking. Sie widerstehen - wie auch qualitativ hochwertige Schirme - hoher Beanspruchung und jedem Wetter.


So englisch der klassische Stockschirm wirkt, die meisten handgefertigten Modelle stammen heute aus Italien. Eine bekannte Manufaktur ist die Fabbrica Ombrelli Maglia Francesco, ein 1854 gegründetes Familienunternehmen. Jeder Schirm wird dort einzeln gefertigt. Allerdings würde kein englischer Gentleman bewusst etwas anderes als eines der beiden heimischen Fabrikate Brigg und Fox zur Hand nehmen, doch Maglia-Schirme haben längst den Weg in die vornehmsten Shoppingadressen der Briten gefunden. James Smith & Sons in London wird ebenso beliefert wie die Traditionsausstatter Cording’s, Gieves & Hawkes und Ede & Ravenscroft. Auch bei Fortnum & Mason und Harrod’s gibt es Schirme Made in Italy. sba


„Ich freue mich wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“ (Karl Valentin)



Fotos: Fotolia.de (racop_ton, Chinnapong, monamakela, otsphoto), Eberhard Göbel GmbH & Co.

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