Dr. Stefan Bill

28.09.2018

Seit April 2018 hat die Sparkasse Ulm einen neuen Vorstandsvorsitzenden. TOP Magazin Verleger Hermann Genth sprach mit ihm über seinen Werdegang, die Stärken der Sparkasse Ulm und seine persönliche Seite.   

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TOP: Herr Dr. Bill, wie lange sind Sie schon in der Sparkassen-Organisation tätig?
Dr. Bill: Ich bin bereits seit meinem Abitur bei der Sparkasse und war in verschiedenen Bereichen der Sparkassen-Organisation tätig, u.a. bei der Stadtsparkasse Augsburg, im IT-Bereich der bayrischen Sparkassen und zuletzt als Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Altötting-Mühldorf. Die Sparkassen-Finanzgruppe bietet tolle Weiterbildungsmöglichkeiten und zählt - nicht nur deswegen – zu den TOP 100 Arbeitgebern in Deutschland. 2017 habe ich mein 25-jähriges Dienstjubiläum in der Sparkassen-Gruppe gefeiert.       


TOP: Worin sehen Sie die Stärken der Sparkasse Ulm?
Dr. Bill: Die Sparkasse Ulm ist sehr breit aufgestellt und bedient alle Kundengruppen und Altersklassen. Bindung ist ein wichtiger Aspekt der Sparkassen-Philosophie: Bindung zu unseren Mitarbeitern, die sich in einer sehr geringen Fluktuation und an den vielen Jubilaren, die wir mittlerweile haben, erkennen lässt. Und Bindung zu unseren Kunden, mit denen wir langfristig zusammenarbeiten wollen.
Dieses Engagement wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem im Sommer 2018 vom Internationalen Institut für Bankentests in Zusammenarbeit mit der überregionalen Tageszeitung DIE WELT. Im Privatkundengeschäft wurden die vier Bereiche „Atmosphäre/Freundlichkeit“, „Beratungsqualität“, „Angebote an Kunden“ und „Konditionen/Preise“ bewertet. Von den 16 getesteten Banken in der Region wurde die Sparkasse Ulm Testsieger mit der Durchschnittsnote von 1,44. Es freut uns sehr, dass unsere hohe Beratungsqualität erneut von unabhängiger Seite bestätigt wurde.


TOP:  Wie sieht die aktuelle wirtschaftliche Situation der Sparkasse aus? 
Dr. Bill: Mit über 150.000 Girokonten, Kundeneinlagen in Höhe von etwa 4,6 Mrd. Euro und einem Kundenkreditvolumen in Höhe von rund 4,0 Mrd. Euro, davon 1,6 Mrd. Euro private Wohnbaudarlehen, sind wir das größte Finanzinstitut in der Region. Die Ertragslage der Sparkasse Ulm ist nach wie vor stabil, auch wenn die Zinsüberschüsse tendenziell weiter sinken.     


TOP: Worin sehen Sie die Risiken für die kommenden Jahre?
Dr. Bill: Drei große Themen werden uns in den nächsten Jahren weiterhin beschäftigen: Das Niedrigzinsniveau, unter dem die gesamte Finanzbranche leidet, die daraus resultierend sinkenden Erträge, und die weiter zunehmende Regulatorik. Aber die Sparkasse Ulm ist insgesamt sehr gut aufgestellt und daher bin ich mir sicher, dass wir die Herausforderungen sehr gut meistern werden.  
Positiv betrachten wir die Weiterentwicklung der Digitalisierung. Bei technischen Innovationen hatten wir schon bisher die Nase vorn und wollen sie auch künftig vorn haben und unseren Kunden einen entsprechenden Mehrwert bieten. Daher werden wir unser digitales Angebot sukzessive weiter ausbauen. Das gilt für die Bezahlung mit dem Handy und für den neuen Vertrauensdienst YES, der zum Beispiel die Identitätsprüfung für neue Handyverträge ermöglicht. Und für das neueste digitale Angebot der Sparkasse Ulm, den E-Safe. Hierbei handelt es sich um einen digitalen Safe, in dem man Kopien von Ausweisen, Rechnungen und anderen Dokumenten ablegen und PIN/TAN-gesichert von jedem PC der Welt aus abrufen kann.           
Aber auch wenn die digitale Welt das Leben in vielerlei Hinsicht leichter macht, so ist uns die persönliche Beratung ebenso wichtig. Besonders bei der Wohnbaufinanzierung und der Wertpapierberatung legen wir großen Wert darauf, dass unsere Kunden persönliche Ansprechpartner haben, von denen sie kompetent und individuell betreut werden.


TOP: Sind kurz- oder mittelfristig Veränderungen beim Filialnetz der Sparkasse Ulm geplant?             
Dr. Bill: Die Filialen gehören zum genetischen Code der Sparkasse, denn sie gewährleisten den persönlichen Kontakt zwischen uns und unseren Kunden. Gleichzeitig überprüfen wir kontinuierlich, ob unsere Filialstruktur noch zeitgemäß ist. Wir wollen dort sein, wo unsere Kunden uns erwarten und ihnen moderne Lösungen anbieten. Falls die Kunden bestimmte Infrastrukturen nicht mehr hinreichend nutzen, werden wir darauf reagieren – unter Umständen kann das manchmal auch sehr zeitnah erforderlich sein.


TOP: Welche Rolle spielt das soziale Engagement für die Sparkasse Ulm?
Dr. Bill: Die Sparkasse Ulm als öffentlich-rechtliches Finanzinstitut hat satzungsgemäß einen öffentlichen Auftrag und gehört letztlich den Bürgerinnen und Bürgern in Ulm und im Alb-Donau-Kreis. Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen nicht Gewinnmaximierung und das Streben nach der maximalen Rendite, sondern der Kunde, den wir mit seinen Ideen und Wünschen in allen Lebenslagen begleiten. Ebenso sind wir uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und sehen es als selbstverständlich an, dass ein Teil der Erträge in Form von Spenden und Sponsoring wieder an die Bevölkerung zurückfließt. Allein im Jahr 2017 hat die Sparkasse Ulm 1,4 Millionen Euro für Sponsoring ausgegeben, vor allem in den Bereichen Sport, Soziales und Kultur. 


TOP: Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
Dr. Bill: Ich bin gerne in der Natur unterwegs, beim Wandern und beim Radfahren. Im Alb-Donau-Kreis gibt es hierfür wunderschöne Stellen und auch in den Allgäuer Bergen bin ich öfter unterwegs.


TOP: Vielen Dank für das interessante Gespräch und weiterhin beruflich und privat alles Gute und viel Erfolg. 


Fotos: Sparkasse Ulm

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