Kunstautomat 365/24/7 - Überraschung!

07.08.2019

Passend zu Fluxus und Kunst für alle als ein wesentliches Credo der Kunstbewegung ist Kunsterwerb in Ulm seit Mitte Mai unkompliziert, kostengünstig, 365 Tage, sieben Tage pro Woche und 24 Stunden am Tag möglich. Mit einer Einschränkung, auf die jeder Kunstkäufer selbstverständlich hingewiesen wird: Warnung! Diese Kunst kann verwirren, erhellen, aufregen und süchtig machen. Zu Risiken und Nebenwirkungen… - na ja, eigentlich ist jeder selbst verantwortlich, der 4 Euro investiert und sich sein eigens vom Künstler verpacktes Kunststück zieht. Was drin ist, bleibt bis auf das Ausmaß, das durch die Größe einer Zigarettenschachtel definiert ist, zunächst eine Überraschung. 

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„Der Kunstautomat ist für Erwachsene, die dem Überraschungsei entwachsen sind“, beschrieb die Leiterin des Museums Ulm, Dr. Stefanie Dathe, die Spannung beim Öffnen der Kunstschachteln. Die Unikate stammen von regionalen, nationalen und internationalen Künstlern, für die der Kunstautomat eine alternative Plattform für ihre Kunst ist. Über 200 Automaten – gestaltet auf der Basis alter Zigarettenautomaten – gibt es bereits in Deutschland und im angrenzenden Ausland. 300 Künstler beteiligen sich an dem Projekt, darunter auch das Ulmer Künstlerehepaar Eka und Alfred Bradler. Sie kontaktierten den Initiator der Kunstautomaten, den Berliner Künstler Lars Kaiser, mit dem Wunsch nach einem Kunstautomaten für Ulm. Ihre Bemühungen, zusätzlich, aber unabhängig von den parallel laufenden Anfragen vom Museum Ulm und vom Kunstverein, waren erfolgreich. Der Ulmer Kunstautomat befindet sich neben dem Eingangsbereich des Museums Ulm und ermöglicht Kunst für alle und 365/24/7.   sba


Foto: Sigrid Balke