Technologie der Zukunft

21.01.2020

Unterwegs im Wasserstoffauto Toyota Mirai 


Toyota gilt weltweit als Vorreiter in der Brennstoffzellentechnologie. Im Jahr 2014 brachte der japanische Hersteller seinen ersten in Serie produzierten PKW mit Brennstoffzellentechnogie auf den Markt. Auch in Deutschland ist die viersitzige Limousine Toyota Mirai seit einigen Jahren erhältlich. 

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Der Mirai steht nicht nur für mehr Nachhaltigkeit, sondern auch für ein völlig neues Fahrerlebnis – ein Feel-Good-Driving, da sich der Mirai trotz dynamischer Beschleunigung sehr entspannt fahren lässt und das nahezu geräuschlos.



Die Brennstoffzellen-Technologie


Bei dem innovativen Antrieb wird Wasserstoff in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann den Elektromotor antreibt. Als Emission entsteht dabei lediglich Wasserdampf. Beim Tanken wird der Wasserstoff mit hohem Druck in karbonfaserverstärkte Tanks eingefüllt. Durch den Frontgrill des Fahrzeuges wird Luft zum Brennstoffzellenpaket geleitet. Dieses „Stack“ genannte Paket ist ein Stapel aus Brennstoffzellen. In jeder dieser in Serie geschalteten Zellen wird in einer „kalten Verbrennung“ die chemische Reaktionsenergie des zugeführten Wasserstoffs und der Luft in Elektrizität umgewandelt, welche das Fahrzeug letztendlich antreibt. Wenn der Fahrer auf das Gaspedal drückt, wird die elektrische Energie von der Brennstoffzelle zum Elektromotor weitergeleitet. Das einzige „Verbrennungsprodukt“ ist Wasserdampf, der über den Auspuff des Fahrzeugs abgegeben wird.


Wasserstoff speichert Energie ähnlich wie eine Batterie, die sich allerdings mit der Zeit entlädt. Wasserstoffgas hingegen kann unbegrenzt gespeichert werden. Zudem ist die Energiedichte dreimal besser als die der EV-Batterien. 


Nehmen wir Platz im Toyota Mirai des Neu-Ulmer Autohauses Wuchenauer. Die ergonomisch geformten Sitze fühlen sich sofort bequem an. Also – los geht’s! Wir drücken den Startknopf und hören… nichts. Absolut NICHTS. Wären nicht die recht umfangreichen Anzeigen des digitalen Displays an, könnte man meinen, der Motor wäre noch aus. Der Mirai bietet ein sehr entspanntes, nahezu geräuschfreies Fahren, oder sagen wir lieber Dahingleiten. Denn eigentlich hört man nur das sanfte Geräusch des Fahrtwinds. Der Motor mit seinen 154 PS beschleunigt den Mirai in 9,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ermöglich eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h bei einem maximalen Drehmoment von 335 Nm.



Das Tanken 


Die Tank-Infrastruktur für Wasserstoff in Europa wächst kontinuierlich und versorgt bereits große Städte und die wichtigsten Verbindungsstrecken zwischen diesen Zentren. Auch in Ulm am Eselsberg gibt es eine Wasserstoff-Tankstelle. Der Tankvorgang ist überraschend einfach und vor allem schnell! Die Tankpistole wird auf den Einfüllstutzen gesteckt und arretiert. Dann drückt man den Startknopf an der Tanksäule und schon strömt der Wasserstoff mit einem Druck von 700 bar in den Tank. Bereits nach wenigen Minuten ist alles erledigt und man kann die Fahrt fortsetzen.
 
Toyota gibt den Normverbrauch mit 0,76 kg Wasserstoff pro 100 km an, und eine Reichweite von etwa 500 km. In der Praxis dürften diese Werte nur schwer erreichbar sein. Denn auch ohne schnelle Autobahnfahrten betrug unser Testverbrauch im Drittelmix 1,05 kg pro 100 Kilometer. Bei einem Wasserstoffpreis von Euro 9,50 pro kg bedeutet das Kraftstoffkosten von etwa 10 Euro pro 100 Kilometer.      
 
Ende 2020 startet die zweite Modellgeneration des Toyota Mirai. Weltpremiere feierte der Nachfolger des ersten Mirai bereits dieses Jahr auf der Tokio Motor Show – zwar noch als Konzeptfahrzeug, aber schon sehr nah am künftigen Serienmodell. Das Design ist deutlich eleganter geworden und besticht durch seine fließenden Formen, einen breiten Kühlergrill und den bis zu 20 Zoll großen Rädern. Im Innenraum fallen das moderne Interieur sowie das 12,3 Zoll große volldigitale Display auf. Mit der zweiten Modellgeneration sorgen die Toyota-Ingenieure bei der dann fünfsitzigen Limousine für etwa 30% mehr Reichweite, noch mehr Fahrspaß, größere Fahrzeugabmessungen und für ein sportlich, elegantes Design.  mw/ge


Fotos: Hermann Genth, Toyota (2)

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