Theater ohne Namen

21.01.2020

25 Jahre und kein bisschen leise: TON zeigt hochaktuelle Klassiker


Zum 25. Mal bieten die Laienschauspieler des Theater ohne Namen e.V. unter Leitung von Dr. Peter Schmid dem Publikum einen Theaterabend, der an Regionalität, Aktualität und Erkenntnisreichtum einiges zu bieten hat. Zum Jubiläum präsentiert der Verein sozusagen zwei in eins: sein Erstlingswerk „Die sieben Schwaben“ und Wielands „Frösche der Latona“. Damit mutet der Theaterchef dem Publikum so manches zu. Gut – denn Mut hat das TON immer schon ausgemacht.

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Zum 25-jährigen Jubiläum geht das TON zurück zu seinen Anfängen und führt wie damals die Erzählung der sieben tölpelhaften Schwaben auf, die sich in einer heute noch riskanten Mischung aus Angst, Vorurteilen, Egoismus und einem zu kleingeistigen Horizont von einem harmlosen Hasen verrückt machen lassen. „Weil das Stück aber nicht abendfüllend ist, spielen wir Euch davor noch Christoph Martin Wielands Werk über die Frösche der Latona auf.“ Dies sei eine hochaktuelle Satire, weil der Biberacher Dichter und Übersetzer damit schon vor 250 Jahren beschrieb, was heute zuhauf passiere: „Ein massives Bevölkerungswachstum und die menschlichen Eingriffe in die Natur machen den Planeten unbewohnbar, was zu Vertreibung und Flucht führt.“


Der damit eigentlich reichlich beängstigende Stoff bot in Füramoos, wo traditionell im frühen November im voll besetzten Rössle-Saal die Premiere gefeiert wird, dennoch genügend Material zum Schmunzeln, Lachen und Anerkennen der schauspielerischen Leistungen. „Manche sind schon seit 25 Jahren dabei, und bis heute haben sie keinen Blumenstrauß bekommen“, so der Regisseur in seinen beliebten Reden zwischen den Akten. Heuer müssten sie teilweise auf Stelzen über die Bühne und singen und dann auch noch wortgenau den Wieland wiedergeben: „Sonst sind sie heillos dusse!“ so Schmid, humorig und authentisch wie immer.


Mit Authentizität, aber spielerischer Freiheit wird denn auch Wielands Rad zurückgedreht, was fürs Publikum im dreistimmigen Kanon über das Fröschefest am See mündet. Nach einer kurzen Pause begeistern dann der Gelbfüßler, der Blitz-, Mugga-, Knöpfle-, Nestle-, Spiegel- und Suppenschwab sowie der Allgäuer und natürlich das Häschen die Zuschauer. Am Ende ist es so wie oft im richtigen Leben: Alle wussten angeblich wie und was und schritten beherzt zur Tat. Genau die richtige Atmosphäre, um mit den begabten Musikern Peter Zoufal und Albert Bücheler, die von der Gitarre über Flöte, Mund- und Ziehharmonika, der irischen Tin Whistle bis hin zumGlockenspiel an jedem Instrument gute Figur und Stimmung machen, mit dem Heimatlied „Leck mich am Abendrot im Schussental“ abzuschließen und heimzugehen ins schöne Oberschwaben, wo sich Frosch und Has’ gute Nacht sagen.


Sie alle kommen wieder auf die Bühne, noch ein paar Mal – ausverkauft sind wie immer schon alle Vorführungen in Füramoos. Karten gibt es jedoch noch für den 11. und 12. Januar in der Gigelberghalle und den 19. Januar um 11 und 17 Uhr im Autohaus Rapp.  sch


Fotos: Nadja Scharfe

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