Weltpremiere im Planetarium Laupheim

21.01.2020

Fliegende Sternwarte „SOFIA“


Vor wenigen Wochen erst besuchte der von NASA und DLR betriebene Jumbojet „SOFIA“ den Stuttgarter Flughafen. Am 5. Oktober landete „SOFIA“ erstmals in Laupheim - jedoch nicht am dortigen Militärflugplatz, sondern in der Kuppel des Laupheimer Sternentheaters. Die neue Planetariumsshow „50.000 Fuß über dem Meer - die fliegende Sternwarte SOFIA“ versetzt die Besucher mit beeindruckenden 360°-Ganzkuppelvideos an Bord der fliegenden Sternwarte und erklärt allgemein verständlich und stimmungsvoll, was es mit der Infrarot-Astronomie
auf sich hat und wie sie uns erlaubt, die Entstehung neuer Sterne zu beobachten.

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An einem klaren Abend startet eine Boeing 747SP über unsere Köpfe hinweg in den Sonnenuntergang an der kalifornischen Pazifikküste. Doch ihr Ziel ist nicht etwa Hawaii und an Bord sind weder Urlauber noch Geschäftsleute, sondern Ingenieure und Wissenschaftler, die am nächsten Morgen wieder dort landen werden, wo sie gestartet sind. Ihr Ziel: Die Stratosphäre - vom Boden gesehen die zweite Schicht der Erdatmosphäre - hier lassen sie Wolken und Wetter bereits unter sich. Wenn „SOFIA“ ihre Zielflughöhe erreicht hat, öffnet sich eine Luke im hinteren Teil des Flugzeugs und gibt den Blick in die Tiefen des Weltalls frei. „SOFIA“, das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, sammelt ungestört vom Wasserdampf in der Erdatmosphäre die Wärmestrahlung ferner Himmelsobjekte. Damit kann es unter anderem die Brutstätten junger Sterne in fernen Gasnebeln beobachten, die im Spektrum des sichtbaren Lichts verborgen bleiben.


Die Idee zu einer Show über SOFIA liegt schon knapp drei Jahre zurück. Rolf Stökler, vom Vorstand der Volkssternwarte und Lehrer im Schulverbund Munderkingen, war auf einer Fortbildung am Haus der Astronomie in Heidelberg und lernte dort unter anderem Dirk Brockmann-Behnsen vom Bismarck-Gymnasium Hannover kennen. Die beiden erfuhren vom „SOFIA“-Botschafter Programm des Deutschen SOFIA-Instituts (DSI), das es Lehrern ermöglicht, mit „SOFIA“ mitzufliegen, um dann ihren Schülern davon zu berichten. Sie gingen mit der Idee schwanger, einen Antrag zu schreiben, bei dem die Hannoveraner Schüler das Drehbuch für eine Planetariumsshow schreiben sollten und zusammen mit dem Laupheimer Planetarium eine Show über die fliegende Sternwarte entstehen sollte.


Im September 2018, war es dann soweit: Rolf Stökler, Dirk Brockmann-Behnsen, sowie Michael Bischof und Nikolai Prill vom Laupheimer Planetarium flogen zusammen mit Antje Lischke-Weiß vom DSI nach Palmdale in Kalifornien, um bei zwei Flügen mit „SOFIA“ an Bord sein zu können. „Dabei entstanden eindrucksvolle 360°-Ganzkuppelvideos in und um die „NASA-747-heavy, die nun in der neuen Show zum Einsatz kommen, und die Besucher beinahe an Bord des Jumbos versetzen“, sagt Rolf Stökler.


In den vergangenen zwölf Monaten wurde das Drehbuch erarbeitet und umgesetzt. Neben den Realaufnahmen wurden aufwendige Animationen erstellt, um die Infrarot-Astronomie und die Sternentstehung zu visualisieren. „Wir betrachten die Show als Gesamtkomposition, die in allen Aspekten stimmig sein muss. Denn im Planetarium wollen wir nicht nur Wissen vermitteln, sondern wir möchten dies so tun, dass es unterhaltsam und kurzweilig ist“, meint Produktionsleiter Michael Bischof.  Text: Sebastian Ruchti


INFO: Karten können unter Telefon 07392 91059 oder im Internet unter www.planetarium-laupheim.de vorbestellt werden.


 


Bild 1: Das Stratosphärenobservatorium für Infrarotastronomie „SOFIA“ ist in der Laupheimer Planetariumskuppel gelandet.
          (Fotomontage: Michael Bischof)
Bild 2: Mitarbeiter des Planetariums Laupheim und des Deutschen SOFIA Instituts feierten eine rundum gelungene Premiere v.l.n.r Nikolai Prill, Antje Lischke-Weis, Rolf Stökler, Julia Dancer
          (Foto: Sebastian Ruchti)
Bild 3: Nur Infrarotstrahlung kann aus den Dunkelwolken der Sternentstehung zu uns vordringen
          (Foto: Michael Bischof)

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