Augenheilkunde - Implantierbare Kontaktlinse IPCL 

23.10.2017

Im Mai wurde in Deutschland ein innovatives Linsensystem eingeführt, die Presbyopic Implantable Phakic Contact Lens, kurz IPCL. Es handelt sich um eine multifokale, ins Auge implantierbare Kontaktlinse. Die bundesweit erste Augenarztpraxis, die dieses neue Verfahren angewendet hat, ist accuratis in Ulm, die Spezialpraxis für Augenlaser und Premiumlinsen von Dr. med. Rüdiger Schmid und Dr. med. Wolfgang Lenz. 

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Wenn man bisher Alterssichtigkeit nachhaltig korrigieren wollte, damit der Patient auf eine Gleitsichtbrille oder Kontaktlinsen verzichten kann, war es in der Regel erforderlich, die körpereigene Linse zu entfernen und durch eine künstliche Linse zu ersetzen. Eine Operation am Auge ist jedoch für viele Patienten mit mulmigen Gefühlen verbunden.     


Bei dem neuen Verfahren wird lediglich ein kleiner Schnitt in der Hornhaut gesetzt, durch den die High Tech Linse aus hauchdünnem medizinischem Kunststoff dann eingeführt und direkt über der körpereigenen Linse platziert wird. Der Eingriff dauert in geübten Händen etwa 10 Minuten pro Auge. 


Besonders geeignet ist das Verfahren für alterssichtige Patienten, die zusätzlich kurz- oder weitsichtig sind. Nicht angewendet wird es, wenn der Patient schon unter grauem Star leidet.   


„Der große Vorteil einer IPCL Linse für den Patienten ist, dass die körpereigene Linse erhalten bleibt und der Eingriff reversibel ist“, berichtet Dr. Schmid. „Auch wenn das Verfahren in Deutschland neu ist, braucht niemand die Befürchtung haben, „Versuchskaninchen“ zu sein. Denn in Asien und im europäischen Ausland werden derartige Linsen schon seit längerem eingesetzt. Insgesamt wurde das Verfahren bereits rund 30.000 Mal angewendet. Das gibt den Patienten ein hohes Maß an Sicherheit.“  


Die Kosten des Eingriffs betragen ca. 2.500-3000 Euro pro Auge und werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Private Krankenkassen erstatten in der Regel einen Teil der Kosten. 


Fotos: Accuratis 

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