„Fitte Fasern“ für die neue Sportmode

26.09.2018

Fitnessmode soll nicht nur gut aussehen:
Neuartige Multifunktions-Materialien erfüllen sogar kosmetische und medizinische Zwecke.

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Trend 1: Natürliche Fasern
Besser für Haut und Umwelt


Sportkleidung muss einiges leisten: Sie soll dehnbar, pflegeleicht, atmungsaktiv, schweißabsorbierend und schnell trocknend sein. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sind Funktionsfasern meist die erste Wahl. Kunstfasern wie Polyester, Polyamid oder Elasthan basieren jedoch auf Erdöl. Herstellung und Entsorgung sind nicht nur schädlich für die Umwelt, die Textilien sind häufig selbst mit gesundheitsschädlichen Substanzen belastet. Gerade beim Sport bedenklich. Wenn wir schwitzen, öffnen sich die Hautporen, so dass Textilrückstände leichter vom Körper aufgenommen werden können.


Tipp: Achten Sie deshalb auf geprüfte Qualität. Die Öko-Tex-Zertifizierung ist ein verlässliches Gütesiegel. Sie besagt, dass keine Schadstoffe im Produkt enthalten sind. Noch strenger sind die Richtlinien bei Bluesign. Dieses Siegel zertifiziert die gesamte Lieferkette und achtet zudem auf nachhaltige, umweltschonende Produktion.


Während Outdoor-Bekleidung Wind und Wetter trotzen muss und daher überwiegend auf klassische Funktionsfasern angewiesen ist, können Sie beim Indoorsport auch zu Baumwollkleidung greifen. Bio-Baumwolle ist besonders hautsympathisch und angenehm zu tragen. Daneben sind Naturfasern wie Tencel (Holzfaser) und luftige Bambus-Viskose im Kommen. Im Bereich Yoga- und Tanzbekleidung ist die Auswahl an natürlichen Textilien bereits recht groß. Im klassischen Fitnessbereich sind Mischungen aus Kunst- und Naturfasern ein guter Kompromiss.


Unter den Funktionsfasern erfreut sich vor allem Mesh großer Beliebtheit. Der Netzstoff lässt durch winzige Löcher Luft an die Haut, gleichzeitig kann der Schweiß nach außen dringen und verdunsten. Manche Sporttextilien sind komplett in dem Material gehalten, andere haben nur an speziellen Bereichen wie an den Schultern oder unter den Achseln Einsätze aus Mesh.



Trend 2: Multifunktions-Fasern
Weniger Geruch, mehr Energie


Ein weit verbreitetes Problem: Mehrmals getragen, beginnt die Sportkleidung zu müffeln. Grund: Sie kann nur bei 30-40 Grad gewaschen werden, geruchsbildende Schweißbakterien werden aber erst bei viel höheren Waschtemperaturen abgetötet. Die Lösung: Eingewebte Silberfäden oder Silberionen verhindern, dass sich Bakterien im Textil ansiedeln können. Sie wirken auf sanfte, hautverträg-
liche Art keimtötend. Lohnenswert vor allem bei Sportsocken, um zusätzlich die Gefahr von Fußpilz zu vermindern. Auch beim Sport getragene Unterwäsche wird durch Silberzusätze wesentlich hygienischer.


Eine weitere exklusive Multifunktions-
faser: Gewebe, die mit mikrofein pulverisierten Edelsteinen verfeinert wurden. Sie sollen den Energiefluss des Körpers anregen und harmonisieren. Kristalle, Rosenquarz und Turmalin werden hier nicht als Schmuck, sondern ganzflächig auf der Haut getragen.



Trend 3: Kosmetische Fasern
Formen, festigen, glätten


Neuartige Fitnessmode hilft auf unterschiedlichste Art dabei, den Körper zu definieren. Zum einen verfügen heute viele Fitnesshosen und -oberteile über einen Shaping-Effekt, der stützend wirkt.


Zum anderen helfen die Fasern dabei, gezielt an Problemzonen abzunehmen und das Gewebe zu festigen. Wie beim Thema Cellulite: Trotz Gewichtsreduktion und Sport sind die hartnäckigen Dellen an Po und Oberschenkeln oft schwer zu beseitigen. Spezielle Fasern können helfen. Dazu gehören Leggins, die mit Aloe Vera beschichtet sind. Der Wirkstoff liegt in verkapselter Form vor und wird bei Wärmeeinwirkung an die Haut abgegeben. Die feuchtigkeitsspendende Aloe Vera hilft, die Haut zu straffen. Manche Fasern arbeiten auch mit mineralischen Zusätzen, die in die Haut eindringen sowie mit pflegenden Anti-Aging-Wirkstoffen wie Vitamin E. Weitere Variante: Ins Gewebe eingearbeitete, kleine Massagekügelchen, die unter Bewegung den Hautstoffwechsel stimulieren. Dadurch sollen sie die Kollagenproduktion anregen.


Besonders beliebt sind Modelle mit Kompressionseffekt, auch „Schwitzhosen“ genannt. Fasern aus mehrlagigen Mischgeweben wie Neopren, Nylon, Mikrokristallen, Naturkautschuk und Baumwolle üben sanften Druck aus und arbeiten nach dem Prinzip der Lymphdrainage. Sie bewirken eine Erhöhung der Temperatur an den entsprechenden Körperstellen. Die Wärme kurbelt den Zellstoffwechsel an. Dadurch soll der Fettabbau und Abtransport von Wassereinlagerungen beschleunigt werden.  Auch Leistungssportler profitieren davon. Die Wärme kann Zerrungen verhindern und unterstützt eine schnellere Regeneration der Muskeln. Bei entsprechenden Oberteilen liegt der Kompressionseffekt am Bauch (zum Abnehmen und Straffen) und Rücken (zur Vermeidung von Schmerzen und Verletzungen).


Wunder dürfen Fitnessfreunde von den neuen Kosmetik-Fasern natürlich nicht erwarten. Doch können die entsprechenden Textilien neben Bewegung, Ernährung und Hautpflege eine weitere Säule zum Erfolg darstellen. Dank dem neuen Trend „Athleisure“, einer Mischung aus Fitness- und Freizeitlook, können Sie die Textilien auch außerhalb des Workouts tragen. Figurformende Leggins einfach mit High Heels kombinieren – schon geht es vom Laufband weiter auf die Piste. dwi



Fotos: Fotolia.de (mooshny, YakobchukOlena)

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