Die Zukunft der Stadt

06.07.2020

Im historischen Ulmer Rathaus richtet man den Blick nach vorne. Denn Ulm ist „Zukunftsstadt 2030“ und damit offen für den digitalen Wandel, der die Lebensqualität der Menschen verbessern und auch die Stadtentwicklung fördern soll. Für alle. Denn die Bürgerinnen und Bürger reden mit.

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Das Handy zeigt es rechtzeitig an: Am Rathaus gibt es im Moment noch freie Parkplätze. Der gestürzte Senior bekommt schnell Hilfe, da der Teppich in seinem Wohnzimmer automatisch einen Notruf ausgesendet hat und das Hochbeet im Botanischen Garten versorgt das angebaute Gemüse mit gespeichertem Regenwasser und Sonnenenergie – und das dank Solarpanelen ganz von selbst. 


Auch wenn das Wort Digitalisierung noch immer für viele von uns Skepsis hervorruft, so zeigen die genannten Beispiele, dass moderne Sensoren-Technologie durchaus auch ihre guten Seiten hat. Für Autofahrerinnen und Autofahrer, für Alleinstehende und auch für Ackerpflanzen. Eigentlich für uns alle. So sieht man das auch in der Stadt Ulm, wo die von ihr ins Leben gerufene Digitale Agenda frühzeitig die strukturellen Grundlagen für eine digitale Stadtentwicklung geschaffen hat. Das Credo „Offen. Für alle. Clever und Nachhaltig“ klingt selbstbewusst und ist erfolgreich. Denn Ulm ist die einzige Kommune in Süddeutschland, die sich am Ende eines jahrelangen Bundeswettbewerbs „Zukunftsstadt 2030“ nennen darf. 


51 Städte waren am Start  
Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten Projektes ist es, den anstehenden Herausforderungen von Städten in der Zukunft mit innovativen Lösungen zu begegnen. Und dazu zählt eben vordergründig auch der Wandel durch Digitalisierung. Bereits im Mai 2015 startete Ulm gemeinsam mit 51 deutschen Städten in den Wettbewerb – und schaffte es im vergangenen Jahr mit sieben weiteren Städten in die finale Realisierungsrunde.


Und nun? Unter dem Motto „Nachhaltigkeit digital gestalten – Internet der Dinge für alle“ stehen in Ulm die Bereiche Mobilität, Bildung, Verwaltung sowie Alter und Gesundheit im Fokus. Gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern, der Agaplesion Bethesda Klinik Ulm, der Technischen Hochschule Ulm, der Hochschule Neu-Ulm, dem Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung ZAWiW Ulm, der Zeppelin Universität Friedrichshafen sowie dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart, verankert das Team der städtischen digitalen Agenda nachhaltig geprägte Ideen für die Stadtentwicklung fortan im Alltag. Und dies - ganz wichtig - gemeinsam mit den Ulmerinnen und Ulmern. Denn eine aktive Bürgerbeteiligung spielte für Ulm bei dem Projekt von Beginn an eine zentrale Rolle.  


Der Klick zum Wochenmarkt
Ob Radfahrerzählung, Hochwassermessung an Herd- und Eisenbahnbrücke oder die Übertragung des Energieverbrauchs in Echtzeit. Die Stadt ist voller Daten, die zukünftig sinnvoll von allen genutzt werden sollen. Nah dran am 


Bürger ist zum Beispiel auch das junge Ulmer Startup-Unternehmen „Mein-Wochenmarkt. Online“. Es ermöglicht vor allem älteren Mitmenschen über ein neues Internetportal Wurst, Käse und Gemüse von den Ulmer Wochenmärkten zu bestellen und es sich am selben Tag mit dem E-Lastenrad oder per E-Transporter umweltschonend liefern zu lassen. Das ist clever und nachhaltig. 


Auch in der Corona-Krise rückte die Stadt an der Donau eng zusammen, sicher und überwiegend virtuell. Gerade in der Pandemie profitierte Ulm vom Ideenreichtum der Projektpartner der digital geprägten Zukunftsstadt. Auch die Frage, ob mit smarten Lösungen wie der Corona-App das Virus klein zu kriegen ist, diskutierten die Ulmerinnen und Ulmer vor wenigen Wochen bei einer erstmalig über Bildschirm ausgetragenen Online-Bürgerwerkstatt miteinander. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren beim Livestream dabei, das Experiment ein voller Erfolg. Die Bildschirm-Runde zeigte deutlich, dass die Zukunftsstadt Ulm schon heute sehr lebendig ist.  sl


Foto 1:
Die Stadt Ulm hat gemeinsam mit dem Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (unw) die Installation eines Hochbeets mit Sensortechnik im Botanischen Garten vorangetrieben. Es sammelt Regenwasser und speichert Sonnenenergie, so dass ein energieautarker Anbau von Gemüse möglich ist.
Foto: Stefan Loeffler


Foto 2:
Sensoren an Fahrradständern messen wie oft der Stellplatz tatsächlich genutzt wird.
Foto: Picslocation Ulm

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