Vernissage Jürgen Elsner

12.10.2020

In seinem Element: Elsner zeigt Werke mit Olivenöl


Ausstellungseröffnungen gab es heuer wahrlich noch nicht viele. Die Freude der Menschen an der Kunst und die Freude des Künstlers am Interesse der Betrachter haben sich dennoch nicht verringert. Das war zu sehen, als Anfang August in Ummendorf der Künstler und Grafiker Jürgen Elsner zur Vernissage lud. Seine Ausstellung „Vom Salz der Erde und vom Licht der Welt“ verführt den Besucher mit kraftvollem Schwarz, geschütteter Buntheit und dem Gold der Olive. 

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Sie ist ein Teil der Bergpredigt und nimmt die Seligpreisung auf: die Bildrede vom Salz der Erde im Matthäus-Evangelium. Diese Assoziation greift der Unternehmer, Künstler und Grafiker Jürgen Elsner nun für seine Werke auf, die in verschiedenen Schaffensphasen entstanden sind und von der minimalistischen Komposition mit Öl bis zur üppigen Verwendung von Farben reichlich Vielfalt bieten. 


„Schwarz steht für das Salz, Öl für das Licht der Welt“, erläuterte Jürgen Elsner die Zweiteilung in Titel und Ausstellung bei der Vernissage zu Beginn der Sommerferien. Gegossen in Acrylglaskörper – Röhren, Rechtecke, Kreise, Quadrate und Kreuze – zeigt das überwiegend der Olive, teils auch dem Lein oder Kürbis entnommene Öl seinen Glanz, seine Farb- und Strukturvielfalt in vollem Umfang. „Olivenöl ist kostbar und heilig, und es ist weit mehr als eine Flüssigkeit für Küche und Speisen. Es verschafft Heilung und wird in Mittelmeer-Ländern auch für die Körperpflege verwendet.“ Seine künstlerische Ader sei geweckt worden durch Joseph Beuys und Gerhard Richter, und nach der Konfrontation mit den Blütenstaub-Werken von Wolfgang Laib habe er das Olivenöl als primären Werk- und „Kunst“-Stoff entdeckt. 


Welche Formen und Farben, welcher Ein- und Ausdruck jeweils entstünden, wenn er das Öl und – wie in den übrigen Werken der Ausstellung – schwarze und bunte Wasserlacke sich in Körpern und auf Flächen verteilen lässt, „das ist Werden, Schöpfung, Prozess. So manches Werk bleibt ein halbes Jahr liegen, es entwickelt sich ganz von selber.“


„Das Leben ist ein kompliziertes Werk. Ich sehe es mir an und warte, was daraus wird“ zitiert Jürgen Elsner, der nach dem Krieg als Flüchtlingskind ins Allgäu kam und seit 1966 in Biberach lebt und arbeitet, Lew Tolstoi. Wenn er die Lacke aufs Papier schütte und sie sich mit- und nebeneinander verteilten, wenn er Oliven-, Lein- und Kürbisöle in Acrylglaskörper fließen lasse und dadurch eine einmalige Struktur und Aussage entstünde, dann gebe er nur den Anstoß. „Und dann passiert das Wunder des Entstehens, des Werdens und sich Vereinigens.“ 


Anfangs sei seine Kunst noch nebenbei entstanden, neben der Agentur, dem Haus und dem Garten. Dann aber immer wichtiger geworden, sagt der Künstler. Die Ausstellung läuft bis Ende September in der Agentur Elsner.Elsner und kann vom interessierten Publikum nach telefonischer Anmeldung (Tel. 07351 31001) während der üblichen Geschäftszeiten besichtigt werden.    sch


Fotos: Hermann Genth

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