Ulmer Paradekonzerte

16.12.2021

Abschlusskonzert für Helga Malischewski und Gerhard Bühler


„Bei den Ulmer Paradekonzerten endet eine Ära“, so hat die Neu-Ulmer Zeitung das letzte Paradekonzert unter der Leitung von Vorstand Gerhard Bühler und seiner Stellvertreterin Helga Malischewski betitelt.

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In der Tat, am Sonntag, 26. September 2021 war nach dem 530. Konzert in 27 Jahren für die beiden Organisatoren Schluss. Die Stadtkapelle Ulm unter der Leitung von Franco Hänle machte den beiden und den über 2000 Besucherinnen und Besuchern den Abschied nicht leicht. Mit einem überlangen Konzert und persönlichen musikalischen Zugaben wurde bei strahlendem Sonnenschein und Standing Ovation ein musikalischer Schlusspunkt gesetzt.


Oberbürgermeister Gunter Czisch dankte den beiden zusammen mit ihrem Helfer Gerd Stauss für den unermüdlichen Einsatz. „Die Paradekonzerte sind mehr als eine Tradition“, so der OB, „sie gehören zu unserer Stadt.“


Paradekonzert nennt sich das musikalische Sonntagsvergnügen, das sich in der ehemaligen Reichsstadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt großer Beliebtheit erfreut. An allen Sonntagen zwischen Mai und September präsentieren sich ab 11 Uhr auf dem Marktplatz, vor der Kulisse des historischen Rathauses im Herzen der Stadt Ulm, Blasorchester aus Ulm und der näheren und weiteren Umgebung von ihrer besten Seite. Sie warten mit anspruchsvollen, stets aber unterhaltsamen, konzertanten Leckerbissen aus ihren Repertoires auf. 


Am 29. April 1979 fand in der Hirschstraße in Ulm das erste Konzert statt. Helmut Betzler hatte die Idee, die Konzerte der Vorkriegsjahre wieder zu beleben. Bis zu seinem Tod im März 1995 wurden die Konzerte von ihm organisiert.  Am 27. April erfolgte dann die Gründung des Vereins „Ulmer Paradekonzerte“. Seit diesem Tag standen Gerhard Bühler und Helga Malischewski dem Verein vor und organisierten die Konzerte und waren somit auch an 530 Sonntagen stets auf dem Ulmer Marktplatz präsent. 


Anfangs musizierten die Kapellen auf einem umgebauten Lastwagen-Anhänger, bis die beiden Vorstände dann die Initiative zum Bau der heutigen Musikbühne ergriffen und erfolgreich umsetzten. Fünf schattenspendende Bäume wurden gegen den Willen des Denkmalamts gepflanzt und sind heute vom Platz nicht mehr wegzudenken. Eine Skulptur „Ulmer Stadtmusikantentum“  wurde aus Anlass der Heimattage übergeben. Zweimal hatte der SWR die Konzerte sogar live übertragen. All dies ist in einer kleinen Chronik zusammengefasst, welche kostenlos bei gerhardbuehler@hotmail.com angefordert werden kann. 


Zum 25-jährigen Vorstandsjubiläum im Jahr 2019 wurde der Verein mit der „Erich-Ganzenmüller-Medaille“ ausgezeichnet. Der Verein erhielt diese Medaille beim letzten Konzert im Jahr 2019, sie ist die höchste Auszeichnung des Blasmusikverbands Baden-Württemberg.


Mit der Auftragskomposition „Ulmer Gschichten“ hat die Stadtkapelle zum 900. Konzert im Oktober 2018 die Uraufführung dieses einmaligen musikalischen Werkes mit bekannten Ulmer Impressionen übernommen.


„Die Gestaltung der Konzerte mit Herz und etwas persönlicher Zuwendung war immer unser Motto“, so die beiden an ihrem letzten Auftritt. Bleibt zu hoffen, dass es gelingt, diese Tradition auch in Zukunft fortzusetzen.  gb


Fotos: FWG Ulm, Petra Weber 

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