Pianist Alexander Krichel verzaubert Ulm

Benefizkonzerte im Stadthaus 
Zwei Abende, die noch lange nachklingen: Am 6. und 7. März verwandelte sich das Ulmer Stadthaus erneut in einen Ort musikalischer Sternstunden. Alexander Krichel, der international gefeierte Pianist, war bereits zum achten Mal zu Gast – und das Publikum wusste genau, warum es sich diesen Termin Jahr für Jahr rot im Kalender markiert.

Kaum hatte Krichel am Flügel Platz genommen, lag eine spürbare Spannung im Raum. Vom ersten bis zum letzten Ton zog er die Zuhörer in seinen Bann, ließ sie eintauchen in die Klangwelten von Schubert, Mendelssohn-Bartholdy, Rachmaninoff und Prokofiev. Leidenschaft und Hingabe waren in jedem Moment spürbar – Krichel schien nicht einfach nur die Noten zu spielen, sondern in der Musik aufzugehen und sie mit jeder Faser seines Körpers zu leben.

Das Programm war eine Reise durch die deutsche und russische Romantik: Schuberts Sonate in A-Dur D664 eröffnete den Abend mit lyrischer Leichtigkeit, gefolgt von Mendelssohn-Bartholdys „Variations sérieuses“, die Krichel mit technischer Brillanz und emotionaler Tiefe interpretierte. Nach der Pause entführte er das Publikum mit Rachmaninoffs „Variationen über ein Thema von Corelli“ und Prokofievs kraftvoller siebter Klaviersonate in die Welt der russischen Klangfarben – ein Wechselspiel aus Melancholie, Virtuosität und eruptiver Energie.

Doch diese Konzerte waren mehr als ein musikalischer Hochgenuss. Sie standen ganz im Zeichen des guten Zwecks: Der Erlös kam in diesem Jahr PalliKJUR – dem ambulanten Palliativteam an der Universität Ulm – zugute, das schwerstkranke Kinder, Jugendliche und ihre Familien in der Region begleitet. Die finanzielle Hilfe fließt in psychotherapeutische Angebote, die Erfüllung letzter Wünsche, Unterstützung bei außerklinischer Intensivpflege und weitere dringend benötigte Maßnahmen, die den Familien in ihrer schweren Zeit zur Seite stehen. Auch die Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller profitiert von den Spenden: Ab dem Frühjahr können dank der Unterstützung Schwimmkurse für bedürftige Kinder angeboten werden – ein wichtiger Beitrag, um Teilhabe und Sicherheit zu ermöglichen.

Möglich wurde dieses besondere Ereignis durch das unermüdliche Engagement des Lions-Club Ulm/Neu-Ulm Alb-Donau, der die Konzertreihe initiiert und seit acht Jahren unter der Leitung von Petra Schlenker organisiert. Unterstützt wurde das Projekt erneut von zahlreichen Sponsoren, die mit ihrem Beitrag das Benefizkonzert erst möglich machten.

Nicht zuletzt ist es dem Künstler selbst zu verdanken, der auch dieses Mal zu einem deutlich reduzierten Honorar spielte, und natürlich dem treuen Publikum, das jedes Jahr für ausverkaufte Reihen sorgt. So wurde das Stadthaus erneut zum Ort, an dem Musik, Engagement und Gemeinschaft auf wunderbare Weise zusammenfanden – und ein Zeichen setzten, wie viel bewegt werden kann, wenn viele an einem Strang ziehen.