Spielzeit-Highlights im Theater Ulm bis Ende 2026
Schwüre: historisches Qualitätsversprechen mit neuen Impulsen
„Schwüre“ sind das Motto der neuen Spielzeit. Sie haben in Ulm eine lange Tradition, gerade durch den Schwörmontag. Das Theater Ulm, immerhin das älteste Stadttheater Deutschlands, bekennt sich in der neuen Spielzeit zu seiner Geschichte und der Haltung, dass Theater nicht nur stattfinden, sondern etwas im Publikum auslösen sollte. Mit Greta Călinescu übernimmt eine neue Intendantin. Vertrautes und Frisches sollen einander perfekt ergänzen. Wir stellen Ihnen Highlights, Premieren und neue Formate bis Ende 2026 vor.
VOM KLASSIKER ZUR LOKALEN BIOGRAFIE
Den Anfang macht das Schauspiel: Wie es euch gefällt von William Shakespeare läutet die neue Spielzeit am 17. September mit einem klassischen Stück ein, das auf aberwitzige Weise die Liebe und das Leben feiert. Einen Tag später (18.09.) startet Spaceman über den ersten tschechischen Weltraumfahrer nach einem Roman von Jaroslav Kalfar, der 2024 von Netflix verfilmt wurde. Regisseurin Greta Călinescu hat ihn für das Theater Ulm bearbeitet.
In Stehaufmännchen (ab 2.10.) geht es um die Ulmer Boxerin Rola El-Halabi, die den Weltmeistertitel gewinnt und sich nach einem gewaltsamen Familiendrama ihren Weg zurückkämpfen muss. Die schönste Version nach dem für den Deutschen Buchpreis 2024 nominierten Debütroman von Ruth-Maria Thomas inszeniert Themen wie Frausein und toxische Beziehungen (ab 14.11.)
Im Musiktheater bringt La Juive/Die Jüdin Themen wie religiösen Fanatismus erschreckend aktuell auf die Bühne (ab 3.10.). Schillernd-frivol lässt Ball im Savoy (ab 13.11.) den swingenden Rhythmus der 20er Jahre aufleben. In Mozarts Meisterwerk Cosi fan tutte (ab. 18.12.) geht es um Liebe und Treue, stets mit einem ironischen Blinzeln. Eine Uraufführung gibt’s im Tanztheater: Kippunkte (ab 22.10.) handelt von Wendepunkten im Leben, von Sprüngen, die im Rausch oder im Fall enden können. Tanztheaterdirektorin Annette Göhre zeichnet für Regie und Choreografie verantwortlich.
„MYTHEN“ DURCHZIEHEN DIE KONZERTSAISON
Die Philharmonischen Konzerte stehen in dieser Saison unter dem Leitmotiv Mythen. Die klassischen Erzählmuster prägen kulturelle Archetypen und Charaktere bis heute. Da wäre zum Beispiel Augusta Holmes sinfonische Dichtung Andromède. Ihren Andromeda Mythos musste die französisch-irische Komponistin Augusta Holmès bei der Uraufführung 1901 noch unter einem männlichen Namen veröffentlichen. Weitere Stücke mit mythologischen Bezügen sind beispielsweise Die Seejungfrau von Alexander von Zemlinsky und Ein Heldenleben von Richard Strauss. Kammerkonzerte und ein Sonderkonzert von Anton Bruckners Sinfonie Nr. 5 in der Evangelischen Pauluskirche (18.11.) komplettieren die Konzertspielzeit.
NEUE FORMATE: KURIOS, NAHBAR, FESTLICH
Bei den neuen Formaten machen bereits die Titel Lust aufs Hingehen! In Erst klatschen, dann quatschen hat das Publikum bei ausgewählten Vorstellungen die Möglichkeit, anschließend mit den Ensemblemitgliedern in der Podium.bar ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen, Gedanken mitzuteilen. Slingelingeling – die Weihnachtsshow stimmt am 13. Dezember aufs Fest ein. Bei Kenn ich nicht. Geh ich hin! in Kooperation mit Aegis Literatur, geht es um Texte, musikalische und literarische (Fund-) Stücke, die zu schräg, selten oder unbekannt sind, um es auf die große Bühne geschafft zu haben. Und die man trotzdem unbedingt kennenlernen sollte.
BLICK HINTER DIE KULISSEN
Beliebte Überraschungs- und Mitmachformate werden in dieser Spielzeit fortgesetzt. Zum Beispiel die Friday, I’m in Love Late Night Show in der Podium.bar, in der Ensemblemitglieder mit Songs, Sketchen, Spielen und Improvisationen begeistern. Angebote wie Theaterführungen, Opernworkshops, Publikumsgespräche, öffentliche Bühnenproben und Theater Plus – Mittendrin statt nur dabei – lüften den Vorhang und zeigen die Abläufe hinter den Kulissen. Drei Jugendclubs in den Sparten Schauspiel und Musik, spezielle Angebote für Schulen wie Patenklassen oder Kammermusik im Klassenzimmer führen den Nachwuchs von morgen an die schönen Künste heran. Mit Max und Moritz (ab. 26.11.) steht in dieser Saison ein Wilhelm Busch Kinderklassiker auf dem Theaterprogramm. Die Streiche der beiden Lausbuben werden in einer rasanten, humorvollen Bühneninszenierung von Charlotte van Kerckhoven zeitgemäß aufbereitet.
Mit all seinen Inszenierungen und Angeboten zeigt das Theater Ulm, dass hinter „Schwören“ nicht bloße Worte stecken, sondern das Bekenntnis: Theater soll nicht nur unterhalten, sondern fragen, bewegen, bereichern.
Mehr Infos zum Programm: www.theater-ulm.de