Museumsdorf Kürnbach
„Ein Museum für alle“
Die Besucher-Infrastruktur des Oberschwäbischen Museumsdorfs in Kürnbach bei Bad Schussenried ist deutlich verbessert worden. Biberachs Landrat Mario Glaser übergab kurz vor Ostern im Rahmen eines kleinen Festakts das fertiggestellte Millionenprojekt an die Bevölkerung.
Rund 4,8 Millionen Euro hat der Landkreis Biberach mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg in Kürnbach investiert. Entstanden sind ein komplett neues Eingangsgebäude mit „Lädele“ und PV-Anlage auf dem Dach sowie eine neue Zufahrt mit rund 600 Stellplätzen inklusive Ladestationen für Autos und E-Bikes. Ergänzt wird das Projekt durch ökologische Maßnahmen wie der Pflanzung von 162 Bäumen.
Abzüglich der Landesmittel hat der Landkreis Biberach mit knapp 4,4 Millionen Euro die größte Investition seit Jahrzehnten für das Museumsdorf bewilligt und umgesetzt. Angestoßen wurde das Projekt schon vor rund acht Jahren durch den damaligen Landrat Heiko Schmid, der ebenso wie Alt-Landrat Winfried Steuer anwesend war, und den damaligen Kreistag. Schon damals war man sich einig, dass an der Parkplatz- und Zugangssituation zum Museumsdorf etwas passieren müsse. Dennoch dauerte es bis in den Sommer 2024, bis die Aufträge für die Umsetzung durch den Kreistag unter der Federführung des Architekturbüros Schirmer & Partner vergeben wurden. „Wir sind sowohl im Zeitplan als auch im Kostenplan geblieben“, betonte Landrat Glaser. Das sei in der heutigen Zeit keineswegs selbstverständlich.
„Wer die Situation von früher kennt, weiß, dass diese Investition dringend notwendig war. Mit der neuen Zufahrt, dem befestigten Parkplatz und der verbesserten Eingangssituation schaffen wir ein deutlich komfortableres Erlebnis für unsere Besucherinnen und Besucher und stärken zugleich die Zukunftsfähigkeit unseres Museumsdorfs“, sagte Mario Glaser. Dieses Projekt verbinde Geschichte und Gegenwart, führte der Biberacher Landrat weiter aus. Er sei stolz, dass das älteste der sieben Museumsdörfer in Baden-Württemberg nun nochmals deutlich aufgewertet und für die Zukunft fit gemacht wurde. Die Geschichte beginne schon im „Lädele“, so der Landrat, denn hier wurde keine Tapete angebracht, sondern eine Farbrolle aus den 1950-er Jahren.
Hier sei der Anfang eines Museums für alle. Das Museumsdorf in Kürnach ist ein generationenübergreifendes Museum, das allein im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Menschen besucht haben. „Kulturelle Angebote sind kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Sie schaffen Begegnung, fördern Teilhabe und stärken den Zusammenhalt“, betonte Mario Glaser. Auch Kulturstaatssekretär Arne Braun lobte die Umgestaltung des Museumsdorfes. Er freue sich jedes Mal, wenn er hier auf Zeitreise gehen und den Alltag aus vergangenen Tagen näher kennenlernen dürfe. „Das Land Baden-Württemberg unterstützte das Freilichtmuseum in Kürnbach von Anfang an – beim Aufbau, bei der inhaltlichen Arbeit und jetzt auch beim neuen Eingangsgebäude und bei der Zufahrt“, erklärte Braun und fügte an:. „Wir sind überzeugt, das lohnt sich unbedingt, denn vor allem in unsicheren Zeiten ist das Museum als wichtiger Lernund Bildungsort so wichtig. Hier kommen die Menschen zusammen, entwickeln Haltung und lassen uns so andere Perspektiven besser verstehen.“
Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von „Peter Zoufal und den Softwärwolves“. Sie intonierten unter anderem das bekannteste Stück der Schussenrieder Band „Schwoißfuaß“, das in den 1970er-Jahren entstanden war. mm
PROGRAMMHÖHEPUNKTE 2026
9. August Motor-Klassiker
13. September Traditionelles Schlachtfest
4. Oktober Kürnbacher Herbstmarkt
5. + 6. Dezember Oberschwäbische Dorfweihnacht